Eine weitere Möglichkeit Daten zu hinterlassen

Cookie, AnyoneQuelle: James 2006   Creative Commons License

Nachdem wir uns in den letzten Beiträgen damit beschäftigt haben, was mit Daten, die absichtlich über uns (sei es durch uns selbst oder durch Dritte) ins Netz gestellt wurden, geschieht möchten sich die Autorinnen in diesem Beitrag mit einer anderen Ausgangslage befassen. Selbst wenn ein Internetznutzer Social Media nicht benützt und auch nicht in Suchmaschinentreffern zu finden ist, entstehen doch jedes Mal, wenn er im Web surft erhebliche Datenmengen. Das geschieht hauptsächlich durch Cookies, die auf unseren Rechnern gespeichert werden. Cookies sind Dateien die von einem Server an einen Client gesendet und anschliessend auf der Festplatte des Nutzers/der Nutzerin gespeichert werden. Bei jedem Aufruf der Website wird nun der Inhalt des Cookies wieder an den Server zurückgeschickt. Das ist durchaus praktisch. So können nämlich Webshops es ihren Kunden ermöglichen, Produkte in einen virtuellen Warenkorb zu legen. Allerdings können Cookies auch weitere Informationen über das Nutzungsverhalten eines Users beinhalten. (Wenk 2015) Was diese Cookies genau aufzeichnen und wem sie das Aufgezeichnete übermitteln, entzieht sich dem Wissen des Users. Ob der Browser Cookies zulassen soll oder nicht, kann in den Browsereinstellungen festgelegt werden. Allerdings ist das Surfen im Web schier unmöglich, wenn für jedes Cookie die Erlaubnis des Nutzers nötig ist. Das hat uns ein eindrückliches Experiment in der Vorlesung von Bruno Wenk gezeigt.

Viktor Mayer-Schönberger fordert in seinem Buch „Delete – Über das Vergessen in digitalen Zeiten“, dass Nutzer wieder die Kontrolle über ihre Daten erhalten. Zur Cookie-Problematik schreibt er: „Manch einer mag entgegnen, dass niemand uns zwingt, online Produkte anzusehen oder zu kaufen, E-Mails zu verschicken oder zu empfangen, zu bloggen, uns in virtuellen Welten zu tummeln, Suchmaschinen zu befragen oder Cookies zuzulassen.“ (Mayer-Schönberger 2010, S. 107) Das bedeutet, dass die einzige Lösung völlige Cyberabstinzenz ist. Wer sich nicht im Word Wide Web bewegt und am besten einen Computer gar nicht erst anfasst, der hinterlässt auch keine digitalen Spuren, die Dritte für ihre Zwecke nützen können. Dieser Lösungsansatz ist in unserer Zeit natürlich alles andere als praktikabel. Das sieht auch Herr Mayer-Schönberger so. Er schlägt deshalb vor, dass beispielsweise Cookies mit einem Verfallsdatum versehen werden. Bereits wenn sie auf dem Rechner installiert werden, kann der Benutzer festlegen, wann sie sich wieder deinstallieren bzw. zerstören. (Mayer-Schönberger 2010, S. 209)

So könnte der User selber entscheiden wem er wie lange Einblick in sein Surfverhalten und seine Einkäufe gibt. Ob ein solches Verfallsdatum oder ein ähnliches Konzept umgesetzt wird, wird die Zukunft zeigen.

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